Wenn der erste Schnee fällt… das ist irgendwie besonders, oder?

In diesem Jahr fing es pünktlich Anfang November an zu schneien. Die Temperaturen fielen quasi innerhalb weniger Tage von ungefähr 7 Grad auf -5 Grad ab und schneite es am ersten Tag noch ein wenig zögerlich, hörte es die nächsten drei bis vier Tage eigentlich kaum auf mit dem Schnee. Über Nacht kamen so an die 20 Zentimeter zusammen – für den November ist das schon recht beachtlich, auch, wenn wir uns in Finnland befinden 😉 Ich musste übrigens überrascht feststellen, dass die finnischen Meteorologen ein feines Näschen für den Wintereinbruch hatten. Als die ersten Meldungen über Schneestürme und 20 Zentimeter Neuschnee eintrafen, war ich zunächst mehr als skeptisch. Als Deutsche/r kennt man ja die „Jahrhundert-Winter“-Nachrichten, die sich im Endeffekt als ganz normaler Winter herausstellen 😉

Natur in Finnland: Paradies für Wintermenschen

Ich muss gestehen, ich habe mir seit dem ersten Schneefall die Nase am Fenster platt gedrückt und mich auch bis heute noch nicht satt gesehen an der weißen Pracht. Alles ist auf einmal wie verzaubert, verwunschen, Geräusche klingen nur noch gedämpft und von Tristesse ist keine Rede mehr. Laufe ich hier durch den Wald, muss ich immer an die Chroniken von Narnia denken 🙂 Die Bücher habe ich als Kind geliebt und es gibt da den einen Band, in dem Narnia von der bösen Schneekönigin beherrscht wird und sie das Land in ewigem Winter hält. Ich kann mich noch gut an die Beschreibung im Buch erinnern, wenn die Protagonisten in ihrem Kampf gegen das Böse durch die winterliche Landschaft liefen… und wer weiß schon, was in meinen verschneiten Wäldern hier so passiert, in diesem Land voller Tonttus und Geister 😉

Allerdings merkt man mittlerweile sehr deutlich, dass die Tage extrem kurz sind und das Vitamin D bei uns zu Hause weggeht wie vor einigen Monaten das sommerliche Bier auf der Terrasse 🙂 Da ich aber sowieso eher ein Wintermensch bin, macht mir der Schnee, die Dunkelheit und die Kälte nicht wirklich etwas aus. Im Gegenteil! Endlich habe ich das offizielle Recht, mich in eine Wolldecke zu kuscheln und vom Sofa aus den Schneeflocken zuzuschauen und sogar für mich Spaziergang-Muffel ist es ein Leichtes, den inneren Schweinehund zu überwinden, mit der Aussicht, durch knirschenden Schnee zu stapfen.

Natur in Finnland: Die Krux mit den dunklen Tagen

Allerdings gestehe ich ein, dass sich der Körper nur langsam an die Dunkelheit gewöhnt. Es kann also passieren, dass es an grauen Tagen erst gegen 9 oder 10 Uhr morgens irgendwie überhaupt dämmrig wird, während es um 16 Uhr dann tatsächlich meistens auch schon wieder so dunkel wie in der Nacht ist. Da stellt sich bei mir zumindest gegen Nachmittag das dringende Bedürfnis ein, die Nacht einzuläuten und ins Bett zu gehen, auch, wenn der Geist absolut fit ist. Das ist, wenn man wirklich einmal darauf achtet, schon ein komisches Gefühl, insbesondere dann, wenn man für den tatsächlichen Abend noch Pläne hat und sich grundsätzlich fühlt, als habe man die Nacht bereits durchgemacht, ohne, dass man überhaupt unterwegs war 🙂

An sonnigen Tagen allerdings ist es dafür umso schöner und es gibt nichts Besseres, als bei eisigen Temperaturen einen Spaziergang in der Sonne zu unternehmen. Nicht nur mich freut übrigens der frühe Wintereinbruch. Die Finnen sind ebenso begeistert, denn die Schneepracht macht die Dunkelheit und das triste Novemberwetter erträglicher. Die früh einsetzende Dunkelheit wird aus der Kombination von Straßenlaternen, Weihnachtsbeleuchtung und reflektierendem Schnee ein wenig vertrieben und selbst mein <3-Finne meinte am Wochenende zu mir, dass er irgendwie schon in Weihnachtsstimmung sei, mit dem ganzen Schnee und dem gemütlichen Beisammensein.

Übrigens: Ich habe festgestellt, dass iPhones nicht unbedingt Finnland-tauglich sind. Bereits bei wenigen Minusgraden gibt das Telefon seinen Geist auf 😉 Ts, ts, ts!