Da war ich doch mit meinem <3-Finnen am Donnerstag tatsächlich im Museum und zwar im Stadtmuseum von Helsinki! Irgendwie haben wir es ja nicht so mit Museen. Ich würde zwar alleine gehen, aber irgendwie fehlt meistens die Zeit (oder besser: ich nehme sie mir nicht) oder aber ich sage mir, dass ich das ja auch noch irgendwann anders machen kann und mein <3-Finne ist zwar nicht der totale Kulturmuffel, kann sich aber wohl auch Schöneres vorstellen, als in verstaubten Museen herumzulungern 🙂

Umso überraschter war ich von seinem Vorschlag, am Donnerstag doch mal in Museum zu gehen. Ich setzte mich also flugs in den Bus – nicht, dass doch noch etwas dazwischen kommt oder wir uns kurz vorher, wie so oft, doch noch umentscheiden und dem Sofa den Vorzug geben. Nein, dieses Mal klappte es wirklich und so betraten wir gegen 17 Uhr gemeinsam das Stadtmuseum von Helsinki. Eintritt mussten wir nicht zahlen, denn bestimmte Museen bieten an bestimmten Tagen freien Eintritt an. Welche Museen das wann sind könnt ihr an dieser Stelle nachlesen.

Für mich war es der erste Besuch im Stadtmuseum, obwohl ich vor meinem Umzug so oft in Helsinki war und obwohl ich Museen eigentlich mag. Bisher hatte es mich auf jeden Fall noch nicht dahin verschlagen. Umso mehr genoss ich also unsere gemeinsame Museumszeit am Donnerstag. Insgesamt gibt es vier Etagen. Die oberste Etage lässt den Besucher seine Geruchssinne benutzen. Man kann sich auf große Sitzsäcke legen, mit Hilfe von Kopfhörern die Außenwelt abschalten und die extra für die Ausstellung kreierten Gerüche genießen. Die dritte und zweite Etage erzählen ein bisschen über die Geschichte von Helsinki. Man kann Finnmark bewundern, echte Finnen aus den 70er Jahren anrufen, die einem etwas über ihren Stadtteil erzählen, man verfolgt begangene Verbrechen und taucht in das Helsinki um 1900 ein. Ein riesengroßes Panoramabild wurde im Jahr 1866 (wenn ich mich richtig erinnere) aufgenommen. Die Herstellung dieses einen Bildes betrug sechs (!) Wochen. Die zweite und erste Etage beherbergen das sogenannte Kindermuseum. Anfassen ist unbedingt erwünscht! Ich fand`s super (und wir mussten natürlich auch alles ausprobieren 🙂 ). So konnte man in eine getreue Abbildung einer Wohnung aus den 60ern oder 70ern, einen Klassenraum und ein Spielzimmer für Kinder treten.

Was mir aufgefallen ist? Ich gehöre hier in Finnland ja eher zu den Riesen, was die Körpergröße betrifft. Es gibt nur wenige Leute, die ich hier bisher getroffen habe und die mich wirklich überragen. Nehme ich aber die getreue Nachbildung einer finnischen Küche aus den 60er Jahren zum Vorbild, frage ich mich ernsthaft, wie groß bzw. klein die Leute vor ein paar Jahrzehnten noch  waren. Der Herd im Museum reichte mir so gerade bis zur Taille, Spülbecken und Kommoden ebenso. Alles sah winzig aus, wie in einem Puppenhaus und doch war es die Abbildung der Realität. Ich habe mich ja in unserer derzeitigen Wohnung schon so manches Mal über die Höhe der Küchenablage und der Spüle geärgert, aufgeregt und sie verflucht, denn auch die reicht mir so gerade bis zur Taille, was das Spülen zu einem Horror werden lässt! Jetzt weiß ich zumindest ungefähr, aus welchem Jahrzehnt unser Wohnungskomplex stammt 😉

Zum Abschluss haben wir dann noch die Zeitmaschine genutzt und sind mithilfe einer spacigen Augenkamera in der Zeit gereist. Ach toll!  Hier noch ein paar musealische Eindrücke (Fotos: Privat):