Vergangenes Wochenende verschlug es mich ein bisschen in den Norden (naja, vielleicht eher in die Mitte 😉 ) von Finnland, nämlich nach Jyväskylä. Grund war eine internationale Konferenz an der dortigen Universität, wo ich ein bisschen für meine Zukunft zu netzwerken gedachte.

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Busstop in Heinola. Foto: Privat

Gesagt, getan. Hotel und Bus waren gebucht und ich aufgeregt wie ein kleines Mädchen zu Weihnachten. Zum ersten Mal hatte ich die Möglichkeit, die Weiten meiner neuen Heimat zu erkunden und endlich, endlich lernte ich die berühmte finnische „countryside“ kennen (die für einen Helsinkianer bereits an der Grenze zu Espoo und Vantaa beginnt). So ein bisschen übertrieben fand ich das Gerede der Finnen über die Umgebung außerhalb von Helsinki ja schon immer. Ich musste jetzt endlich meine eigenen Recherchen anstellen…

Nun ja, sagen wir so: Ich habe Helsinki noch einmal mehr lieben gelernt und schätze das Wohnen in der Hauptstadt jetzt umso mehr 🙂 Allein die Busfahrt nach Jyväskylä war ein kleines Highlight. Die Haltepunkte lagen immer ländlicher, je weiter es in den Norden ging. Teilweise gab es weniger als drei Häuser in der Umgebung. Und die Autobahnen? Schnurgerade Strecken, keine Berge, noch nicht einmal Hügelchen und ein konstantes Tempolimit von 80 km/h – ich habe den Busfahrer nicht beneidet 🙂

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Petäjävesi Old Church – UNESCO World Heritage. Foto: http://www.visitjyvaskyla.fi

Angekommen in Jyväskylä bekam ich auf dem Weg vom Hauptbahnhof vom Hotel schon einen guten ersten Eindruck. Die Stadt war klein, sehr klein! (Später sollte ich erfahren, dass circa 140 000 Menschen in Jyväskylä leben… das aber wohl eher in der weiten Umgebung und nicht im Stadtzentrum selber 😉 ). Ich hatte insgesamt großzügig Zeit eingeplant, um von A nach B zu kommen, man weiß ja nie…, mit dem Ergebnis, dass ich zu allen Veranstaltungen mindestens eine halbe Stunde zu früh eintraf. Die Wege waren wirklich unglaublich kurz! Allerdings bescherte mir das wiederum eine ziemlich große Anzahl an neuen finnischen Bekannten. Man kommt halt ins Gespräch, und ja, auch mit den angeblich so schweigsamen Finnen. Übrigens muss ich sagen: Ich war noch nie auf einer angenehmeren Konferenz als in Jyväskylä. Alle Teilnehmer wurde persönlich begrüßt, einander vorgestellt, sodass nicht das Gefühl entstehen konnte, jemand bliebe „außen vor“. Das Buffet im Stadthaus war vorzüglich, die stellvertretende Bürgermeisterin hat jeden persönlich begrüßt und sich später unter die Gäste gemischt, um ihnen für den Besuch zu danken.

 

Mein Fazit: Jyväskylä sollte man mal gesehen haben, das tolle Wetter (eiskalt, dunkelblauer Himmel und Sonne mit gelegentlichen Schneeschauern) tat sein Übriges. Die Jyväskyleraner waren sehr freundlich, hilfsbereit und gaben einem das Gefühl, willkommen zu sein. Sicherlich habe ich in der kurzen Zeit, die ich dort war, die „Geheimtipps“ verpasst und ich möchte unbedingt irgendwann die Petäjävesi Old Church besuchen – das alles würde einen erneuten Besuch definitiv rechtfertigen. Aber im Großen und Ganzen bin doch sehr froh, in Helsinki zu leben 🙂

Hier habe ich jetzt noch ein paar Fotos für euch, die ich während des Wochenendes gemacht habe: