In den letzten Wochen ist eine Menge passiert und ich nutze den Sonntagmorgen jetzt einfach mal, um euch an den momentanen Entwicklungen teilhaben zu lassen 🙂

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Beginnen wir mit meiner Entscheidung, dem Volunteering und der Netzwerkarbeit eine Chance zu geben. Ich glaube, es war im Frühjahr, als ich beschlossen habe, mich dem finnischen Start-Up „Onnivators Ry“ anzuschließen. Der Grund? Ich wollte nicht mehr nur jeden Tag zu Hause herumsitzen, sondern vielleicht doch mal Leute finden, mit denen ich etwas gemeinsam unternehmen oder einfach mal einen Kaffee trinken gehen kann. Außerdem wollte ich den Satz „Für die Jobsuche braucht ihr ein Netzwerk. Von daher: Netzwerken, netzwerken, netzwerken“ irgendwie nicht mehr nur hören, sondern endlich ausprobieren 🙂

In Deutschland habe ich mich reichlich schwer getan zu netzwerken bzw. systematisches Kaffeetrinken zu betreiben. Im Nachhinein glaube ich, dass ich einfach viel zu versteift darauf war, in kurzer Zeit einen Job zu finden, sodass ich kaum nach links und rechts geschaut habe. So funktioniert Netzwerken nämlich nicht 😉 Zudem fällt mir Vieles hier sehr viel leichter, vielleicht, weil ich mich als Einwanderin betrachte und entsprechende Angebote/Workshops/Trainings in Anspruch nehme, auf die ich in Deutschland nie gekommen wäre bzw. die ich in Deutschland nie in Betracht gezogen hätte.

Netzwerken und Co: Wer sind Onnivators?

Die beste Beschreibung über die Onnivators findet man auf deren Homepage www.onnivators.org:

ONNIVATORS opens up networks that are prerequisite to building a successful business for you and in developing your career. Interdependence and desire to share own expertise for the benefit of others are key elements in today’s networked societies. Carrying out tasks and projects successfully require some level of involvement from an average of eight people in total.

ONNIVATORS is a co-creation platform for passionate individuals, ambitious companies and innovative organisations from the public and third sectors.

Bei meinem Treffen mit Melissa, dem Kopf der Organisation, hatte ich zum ersten Mal seit langer, langer Zeit wieder das Gefühl, dass ich etwas kann, dass ich brauchbare Fähigkeiten habe und dass meine Ideen wertgeschätzt werden. Ich stellte fest: Ich brauche keinen Chef, der mich ständig lobt, sondern mir fehlt im Moment ein bisschen die Anerkennung von dem, was ich zu bieten habe. Damit meine ich nicht meine Abschlüsse und Zertifikate, sondern die Dinge, die niemand zertifiziert: Gute Ideen, Engagement, Leidenschaft, offen auf Menschen zugehen…

Ihr könnt euch nicht vorstellen, welch großen Motivationsschub ich durch das erste Treffen bekam 🙂 Plötzlich schien die Sonne und die Tage wurden endlich ein wenig leichter!

Netzwerken und Co.: Mentoring

Kurz bevor es in die Herbstzeit ging, habe ich dann außerdem noch eine positive Rückmeldung zu einem Mentoring-Programm erhalten. Das ganze wird von Moniheli Ry organisiert und hält neben Lebenslauf-, LinkedIn-, und einem Training für den verdeckten finnischen Arbeotsmarkt eben auch eine Phase des Mentoring bereit. Vorab habe ich dazu meine Wünsche, Berufsvorstellungen und meinen derzeitigen Status eingereicht. Auf Basis dessen bekam ich einen Mentoren zugewiesen, mit dem ich mich nun idealerweise zwei Mal im Monat treffen werde.

Um ehrlich zu sein fand ich unser erstes Treffen ein wenig befremdlich 🙂 Nicht, dass wir uns nicht gut verstehen, aber ich fühle mich irgendwie komisch. Es ist keine Lehrer-Schüler-Beziehung, keine Chef-Angestellte-Beziehung, sondern eine eigenartige  gleichgestellte Beziehung, in der im besten Falle beide Parteien von dem Mentoring profitieren sollen. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, wie ich „meinen“ Mentoren nutzen werde oder besser: nutzen kann… Falls jemand von euch schon einmmal sowas mitgemacht hat, bin ich für Tipps sehr offen 🙂

Netzwerken und Co.: Workshop zum Community Organizer

Zum Schluss muss ich euch noch erzählen, dass ich an einem zweitägigen Workshop teilgenommen habe, der einen dazu ermutigt, ‚Community Organizer‘ zu werden. Das Training war interessant, hat den Schwerpunkt vor allem auf die Zusammenarbeit/Kooperation untereinander gelegt, auf kulturelle Vielfalt und Motivation, Dinge in Angriff zu nehmen – sei es die Nachbarschaftshilfe oder Computertraining in dem örtlichen Gemeindehaus.

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Warum ich aber so stolz war, an diesem Training teilgenommen zu haben, liegt darin begründet, dass die ‚Arbeitssprache‘ Finnisch war und ich habe nicht nur fast alles verstanden, sondern auch über meinen größten Wunsch, über Motivation, über Zusammenarbeit und über das, was mich glücklich macht in Finnisch diskutiert! Es waren harte zwei Tage, glaubt mir, aber ich habe es durchgezogen, ich habe mich nicht versteckt und…..

ich habe ein bezahltes Praktikum angeboten bekommen!!! *stolz*

Viel kann ich zu dieser riesen Chance noch nicht sagen, nur, dass auch da die Arbeitssprache Finnisch sein wird und ich im Bereich Marketing und Projektmanagement aktiv sein werde. Vor allem aber bekomme ich ein finnisches Arbeitszeugnis, d i e Empfehlung überhaupt, will man im finnischen Arbeitsmarkt ankommen, und ich werde viele neue Menschen kennenlernen 🙂

Mein Fazit zum Thema NETZWERK?

Ich hätte es nie gedacht, aber schon ein kleines bisschen Engagement an verschiedenen Stellen kann Großes bewirken ❤️