Uff, lange ist’s her, dass ich mich hier bei WordPress angemeldet und etwas geschrieben habe. Liegt es an der Zeit, die mir fehlt? Ist es, weil ich mich bereits eingelebt und der Alltag Einzug gehalten hat? Ich weiß es nicht! Aber wie dem auch sei: Heute hat mich die Lust gepackt, euch über die letzten Wochen und Monate zu berichten 🙂

Lasst mich mit dem jüngsten Ereignis beginnen: Ich habe im Januar einen richtigen, echten Arbeitsvertrag unterschrieben! Als Bereichskoordinatorin für Helsinki bin ich für die Weiterentwicklung und Organisation des „Stadtteilmütter„-Projekts in Finnland verantwortlich. Noch immer kann ich mein Glück kaum fassen und obwohl ich schon seit einem Jahr in besagtem Projekt gearbeitet habe, fühlt es sich jetzt erst so richtig echt an. Zum ersten Mal bin ich davon überzeugt, dass es beruflich jetzt endlich einfacher wird und auch in den nächsten drei Jahren neue Herausforderung auf mich warten (bezahlt mit echtem Arbeitsvertrag natürlich!).

Neben diesem Highlight in dem noch jungen 2019 waren es viele kleine persönliche Highlights, die die letzten Monate so spannend gemacht haben. An erster Stelle stehen dabei für mich Diskussionen und Einladungen als Repräsentantin meines Arbeitgebers, die zumeist auf Finnisch stattfinden. Ich sterbe vorab jedesmal tausende Tode – vor lauter Aufregung wegen der Sprache. Aber ganz ehrlich? Das positive Feedback danach ist es allemal wert (und man bleibt in der Erinnerung der Menschen, die später vielleicht Jobs zu vergeben haben, woll?) 🙂 Und zum ersten Mal habe ich Kollegen und ein Team um mich, die mich unendlich unterstützen und mir helfen. Das macht alles so viel einfacher und besser!

OSBU_Stadt Helsinki
Hier ein Artikel über meine Kooperation mit der Stadt Helsinki!

Mit dem unterschriebenen Arbeitsvertrag stellt sich endlich auch Ruhe und eine Gefühl des „angekommen sein“ ein. Planungen, in eine größere Wohnung zu ziehen werden jetzt ebenso real wie das Auto, das wir Ostern bei meinen Eltern abholen und nach Finnland fahren werden.

Sicherlich, zwischendurch gibt es auch Zeiten, in denen nicht alles toll ist. Anfang des Jahres hatte ich urplötzlich mit großem Heimweh zu kämpfen. Ich kann nicht genau sagen, woran es lag. Damit gerechnet hatte ich auf keinen Fall – es kam quasi über Nacht und mit voller Wucht. Das war keine sehr schöne Zeit. Ich habe mich einsam, hilflos und einfach nur schrecklich gefühlt. Mein <3-Finne versuchte, mich zu unterstützen, aber solche Gefühle sind schwer in Worte zu fassen und noch schwerer zu erklären. Es ist einfach diese tiefe Traurigkeit, die nicht weggehen will… Aber diese Zeit hatte auch etwas Gutes: Ich habe mir seitdem vorgenommen, mich ein bisschen mehr mit „Deutsch“ zu umgeben, denn auch wenn man sich noch so wohl in seiner Wahlheimat fühlt, irgendwo bleibt man doch irgendwie mit dem Ort verbunden, wo man lange gelebt und wo man aufgewachsen ist. Habt ihr manchmal Heimweh? Was hilft euch dann am besten?

Zum Schluß gibt’s hier jetzt noch meine Top-List des finnischen Arbeitslebens:

  1. Flache Hierarchien!!!
  2. Team- oder Einzelsitzungen mit einer Arbeitspsychologin
  3. Unabhängiges Arbeiten und Gleitzeit
  4. Interne Weiterbildungen für alle Arbeitnehmer
  5. Unterstützung beim Lernen und Anwenden der finnischen Sprache