Seit ein paar Tagen sind wir stolze Besitzer eines Autos! Jawoll 🙂

Immer mal wieder hatten wir überlegt und davon geträumt, uns ein Auto anzuschaffen – der öffentliche Nahverkehr ist hier zwar gut, allerdings mit der Zeit (und ja, auch dem Alter 😀 ) etwas nervenaufreibend: Einkaufen, Dinge transportieren, „mal eben schnell“ irgendwo hinfahren, Wochenendausflüge oder die Wege zur Arbeit…. Alles dauert Stunden und ist meist damit verbunden, dass wir täglich mehrere Taschen in jeder Hand von A nach B schleppen.

Die riesengroße Überraschung erwartete uns vergangenes Weihnachten in Deutschland, als meine Eltern uns aus heiterem Himmel fragten, ob wir nicht das alte Auto von ihnen übernehmen wollten. Mein <3-Finne und ich guckten uns nur an und sagten sofort zu 🙂 So schnell kann es gehen! An dieser Stelle noch einmal ein riesengroßes Dankeschön ins Sauerland an meine Eltern, die uns dieses tolle Geschenk gemacht haben ❤

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Die Überführung unseres Autos planten wir für Ostern und entgegen aller meiner Befürchtungen verlief die ganze Angelegenheit, was Versicherungen und Co. angeht, bisher sehr unkompliziert. Ansprechpartner für die Ab- und Ummeldung des Autos ist die örtliche Kfz-Stelle. Neben meinem Pass benötigte ich als nicht mehr in Deutschland gemeldete Person eine vom finnischen Einwohnermeldeamt beglaubigte Bescheinigung über meinen aktuellen Wohnort und die Adresse in Helsinki. Das Ganze habe ich mit einer Apostille versehen lassen, da man nie weiß, wie Behörden auf ausländische Dokumente (selbst, wenn sie auf Englisch verfasst sind) im Endeffekt reagieren – sicher ist sicher! Die restlichen Dokumente, also Kfz-Schein und Co., brachten meine Eltern mit zur Kfz-Stelle. Vor Ort wurde dann das Auto umgemeldet und ich habe dann ein sogenanntes Ausfuhrkennzeichen beantragt, das praktischerweise bei einem Schildermacher neben der Kfz-Stelle hergestellt wurde. Dort schloß ich zudem auch eine Autoversicherung ab, die sowohl in Deutschland als auch in Finnland gültig ist. Innerhalb eines Monats (das ist die Laufzeit der Versicherung) müssen wir nun unser Auto in Finnland anmelden. Aber dazu später mehr. Bisher finde ich es noch sehr beruhigend, mit dem Auslandsbonus, sprich: ausländischen/deutschen Kennzeichen, durch die Gegend zu fahren 😀 Die Straßenführungen hier sind schon etwas anders als in Deutschland. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen!

Schnell war für meinen <3-Finnen und mich klar, dass wir an die Überführung des Autos einen kleinen Roadtrip/Urlaub hängen. Für die Route hatten wir den Weg über Puttgarden nach Kopenhagen, Stockholm, Turku und Helsinki geplant. Ich hätte es nicht gedacht, aber diesen Weg schafft man locker an zwei Tagen, wenn man wirklich will. Ganz schön nah, oder? 🙂 Wir allerdings ließen uns ein bisschen mehr Zeit und hatten einen Tagesstop mit 2 Übernachtungen in Kopenhagen eingeplant. Ich war vorher noch nie dort gewesen und von daher gespannt, was mich erwartete.

Screenshot 2019-04-29 at 22.42.31Zunächst fuhren wir über Hamburg Richtung Puttgarden, wo die Autofähre Richtung Rodby auf uns wartete. Gebucht hatten wir unser Ticket schon vorab von dieser Seite. Praktischerweise konnten wir auf der Seite direkt auch die Maut für die Oresund-Brücke bezahlen. Das Kombi-Ticket ist eine super Lösung: Alles war vorab online bezahlt und wir brauchten uns in Dänemark um nichts mehr zu sorgen. Zudem hatten wir noch für die Autofähre „Puttgarden-Rodby“ den sogenannten Flexi-Tarif gebucht, der es uns gestattete, mit jeder der Fähren am angegebenen Tag überzusetzen. So standen wir nicht allzu sehr unter Stress, eine bestimmte Fähre zu erreichen, was den ersten Reisetag sehr vereinfachte. Ein Pluspunkt war dann noch, dass alle Flexi-Ticket-Inhaber einen freien Kaffee auf der Fähre erhielten – was ein toller Service!

Nach 45 Minuten erreichten wir Rodby und überquerten ohne Probleme die dänische Grenze. Ich hielt Pass und Fahrzeugpapiere immer bereit, da ich damit rechnete, vielleicht doch vom Zoll kontrolliert zu werden. Aber keiner interessierte sich für uns und so erreichten wir die sehr schönen, aber endlosen, geraden und wirklich äußerst  leeren Schnellstraßen Dänemarks.

Über Kilometer hinweg sahen wir kein einziges Auto! Das klingt zunächst sehr entspannend, aber schnell merkten wir, dass die Konzentration beim Fahren mehr und mehr nachließ. Felder – so weit das Auge reichte. Nicht einmal eine Mini-Kurve oder ein kleiner Hügel durchbrachen die monotone Autofahrt. Da wir sowieso schon den ganzen Tag im Auto unterwegs gewesen waren, stellte sich die Fahrt von Rodby nach Kopenhagen als echte Herausforderung heraus 🙂 Die Fahrt dauerte nur knapp 1,5 Stunden, aber die können seeeeehr lang werden….