Zum ersten Mal seit …. Jahren hatte ich in diesem Jahr richtig echte Sommerferien. Es gab keine Doktorarbeit, über die ich mir den Kopf zerbrechen musste, keine Bewerbungen, keinen Geldmangel und keine Ängste, dass ich während oder nach den Ferien ohne Job da stehe – die perfekten Voraussetzungen für einen langen, sorgenfreien Urlaub mit meinem <3- Finnen. Im Juli passiert in Finnland sowieso nicht viel. Die meisten Organisationen und Unternehmen sind wegen Sommers geschlossen und die Menschen halten sich im eigenen Mökki auf oder sind im Urlaub. Somit hieß es einfach: Genießen!

Drei Wochen Sommerurlaub hatten wir ins Auge gefasst, im Baltikum mit Fähre und Bus. Wir planten alles individuell, nutzten unsere Erfahrungen mit booking.com und googelten entsprechende Buslinien in Litauen und Lettland. Heraus kam eine ungefähre Strecke von knapp 1800 Kilometern (+/-).

Expeditionen in die Welt: Die Strecke

Wir starteten in Helsinki und nahmen die Fähre (Eckeröline) Richtung Tallinn. Von Tallinn reisten wir mit dem Bus weiter nach Riga. Die Fahrt mit LuxExpress dauerte insgesamt 4,5 Stunden. Riga als Ausgangspunkt nehmend, fuhren wir von dort mit der Bahn Richtung Jurmala. Unser erster Haltepunkt dort war Bulduri, ein klitzekleiner Ort, nahe am Strand gelegen. Von Bulduri ging es dann mit dem Zug und mit dem Bus über Riga nach Vilnius (ca. 4 Stunden).

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Da wir unbedingt die Kurischen Nehrungen sehen wollten, reisten wir dann von Vilnius mit dem Bus ca. 4 Stunden nach Klaipeda. Von dort ging es zurück Richtung Jurmala. Unser Stop: Valguma Pasaule, mitten im Kemeri Nationalpark gelegen. Um noch ein wenig Sandstrand zu genießen, blieben wir in der Gegend und reisten nach Bigauņciems. Von dort ging es dann über Riga zurück nach Tallinn und schließlich nach Helsinki.

Expeditionen in die Welt: Unsere Transportmittel

Unser Urlaub stand im Zeichen der öffentlichen Verkehrsmittel. Mit einem guten Wanderrucksack ausgestattet (den mein <3-Finne tragen musste :D), funktionierte das Reisen so ziemlich ohne Probleme. Zunächst nahmen wir von Helsinki aus die Fähre nach Tallinn. Da hatten wir verschiedene Möglichkeiten: Viking Line, Eckeröline und schließlich TallinkSilja Line. Die Fähren bieten im Endeffekt den gleichen Service. Für uns war am Ende der Preis und die Zeit ausschlaggebend.

Für die Strecke Tallinn – Riga gibt es die Buslinie LuxExpress. Das ist ein komfortabler Reisebus mit on board TV, W-Lan und relativ guter Beinfreiheit. Die Tickets kann man einfach online kaufen und sich ausdrucken. Vor dem Einsteigen wird das Ticket und der Reisepass kontrolliert. Der Bus riecht sauber und auch die Toiletten sind, obwohl es Bustoiletten sind, doch einigermaßen zu benutzen.

Von Riga nach Vilnius fuhren wir mit der Buslinie Ecolines. Diese Busse waren nicht ganz so komfortabel, dennoch relativ ok. Es gab W-Lan, aber das on board TV fehlte. Die Toiletten haben wir dort allerdings nicht benutzt 🙂 (Ich bin da ja ein bisschen eigen, was öffentliche Toiletten angeht!). Der Busfahrer teilte zudem kostenlose Wasserflaschen aus. An der Grenze wurden wir übrigens vom den Ordnungshütern des Immigrationsdienstes angehalten und unsere Pässe wurden kontrolliert.FrMkISh7Tw2oN2r1s6Q

Von Vilnius nach Klaipeda nutzten wir dann die Buslinie Toks Neo. Ich habe keinerlei schlechte Erinnerungen an die Fahrt oder den Bus (wobei wir auch hier keine Toiletten benutzt haben), da ich fast nur geschlafen habe. Busfahrten machen mich eben sehr müde und schlafen hilft übrigens auch gegen den Toilettendrang 😀 Welche Strecke uns allerdings in bleibender Erinnerung geblieben ist, ist die Route von Klaipeda zurück nach Riga. Das Unternehmen, das wir für die Strecke nutzten, hieß Ollex. Als wir morgens zum Klaipedaer Bahnhof kamen, wunderten wir uns zunächst, wo unser Bus ist. Bis wir dann sahen, dass Ollex ein Minivan war 🙂 Unser erster Gedanke war: „Gott sei Dank, es gibt keine Boardtoilette und somit hält der Bus vermutlich irgendwann auf der Strecke an :)“ Der zweite Gedanke war: „Es wird spannend!“ Der Van war relativ klein, ausgelegt für vielleicht 10 Leute. Wir quetschten uns also in die Sitze und machten es uns so bequem wie möglich. Allerdings half das nicht viel, denn der Fahrer hatte ein ganz schönes Tempo drauf und da wir in der letzten Bank saßen, spürten wir JEDES kleine Schlagloch. Hihi, ich musste doch tatsächlich an unser Uni-Seminar über die DDR denken, bei dem in einem Referat darüber berichtet wurde, dass es Frauen in der DDR nicht erlaubt war, auf Traktoren oder ähnlichem zu fahren, wenn sie schwanger waren (oder werden wollten), denn die Erschütterungen hätten zu Komplikationen führen und Eingeweide/den Uterus verletzen können – ich weiß jetzt, warum dieser Gedanke damals aufkam! *stöhn*

Allerdings war der Minivan und auch die Fahrt ansonsten recht angenehm – klein, aber fein! … und wir hielten tatsächlich an einem Einkaufscenter und hatten die Chance, dort auf die Toilette zu gehen.

Übrigens, nach Jurmala, also an den Sandstrand von Riga, kommt man ganz einfach per Zug innerhalb einer guten halben Stunde. Und die Tickets? Die kauft man entweder am Schalter im Busbahnhof oder man wartet im Zug, bis die Kontrolleurin vorbei kommt und die Tickets kontrolliert. Es ist hier ratsam, Kleingeld/Bargeld dabei zu haben, vor allem, wenn man sich die Preise anschaut: Im Durchschnitt haben wir 80 Cent oder weniger für eine Person für ein einfaches Ticket bezahlt… Mehr Informationen (in Englisch).

Im zweiten Teil geht’s weiter mit mehr Fotos, den Unterkünften und dem Essen *nom nom nom* 🙂